BiografieBiografie Zweiter Hand

 

 

 

 

 

 

Zweiter Hand drucken

Zwischen Moselufer und Zurmaiener Straße, in der Nähe des späteren Nordbades, standen die Wohnwagen. Zigeuner. Der neunjährige Rüdiger spielte am Ufer, sammelte Steine, warf sie ins Wasser. Das Mädchen neben ihm, barfuß, in einem bunten Rock, einer weißen Bluse, warf besser als er. Es lachte ihn an und er verliebte sich sofort in sie. Große dunkle Augen; dichtes schwarzes Haar, in der Mitte gescheitelt, zwei dicke Zöpfe, die über den Rücken fielen; weiße Zähne im lachenden Mund; ein Zigeunermädchen. Rüdiger wusste, wie seine Großmutter über Zigeuner sprach: Lumpengesindel, Diebesbande, Ungeziefer. Holt die Wäsche rein, sonst wird sie geklaut, sagte sie dann. Jetzt warfen sie um die Wette flache Steine in die Mosel. In Rüdiger kam ein starkes Gefühl hoch, er war aufgeregt, nicht nur wegen des Wettbewerbs, in dem dann beide doch ziemlich gleich gut waren: mal gelangen ihm die meisten Wasserhüpfer, mal dem Mädchen. Er war froh, mit dem Mädchen zu lachen, bekam eine Gänsehaut, wenn er kurz ihre Hand berührte, ihr den flachsten Stein gab.

weiter | zurück

 

WinterhafenWinterhafen

Zweiter HandZweiter Hand

GegenlichterGegenlichter
VaterspurenVaterspuren
Ein Regen aus Kieseln wird fallenRegen aus Kieseln
Neu Help/Sitemap Impressum Gästebuch