| Auszüge: Rüdiger hatte bereits seinen Führerschein, und so standen wir in
der kalten Jahreszeit an manchen Abenden mit dem alten Volkswagen am Moselufer oder an den
Waldrändern, gingen spazieren, saßen anschließend im Auto und redeten und küssten und
streichelten uns. Genauer: Rüdiger redete und ich hörte zu, so war es meist. Rüdiger
erklärte mir die Welt, oder er versuchte zumindest, mir die Welt zu erklären. Aufmerksam
hörte ich zu, aber ich hörte vor allem auf den Klang seiner Stimme, betrachtete sein
Profil und war erregt beim Gedanken daran, wo ich wohl heute wieder seine Hände spüren
würde. Sie wanderten immer weiter, und ich ließ es gerne geschehen. Dann gab es Momente,
in denen auch ich meine Fingerspitzen über Rüdigers Körper streichen ließ und dabei
manchmal recht verblüfft war.
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